Hallo zusammen,

ich muss euch etwas gestehen: Letzte Woche hatte ich wieder mal so einen Moment, wo ich dachte "ach du liebe Zeit, wie kompliziert können Menschen eigentlich sein?" (Spoiler: sehr kompliziert). Eine Kundin erzählte mir von ihrem jüngsten Streit mit ihrem Partner - und ratet mal, worum es ging? Richtig, ums Geld.

Das bringt mich zu einem Thema, das in meiner Praxis immer wieder auftaucht: Warum streiten Paare eigentlich so oft wegen Geld? Und noch wichtiger - was können wir dagegen tun?

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Die harten Fakten zuerst

Studien zeigen uns immer wieder, dass Geld einer der häufigsten Streitgründe in Beziehungen ist. Nicht gerade überraschend, oder? Aber hier wird es interessant: Es geht meistens gar nicht wirklich ums Geld selbst.

Geld ist oft nur das Vehikel für viel tieferliegende Themen:

  • Macht und Kontrolle

  • Verschiedene Werte und Prioritäten

  • Ängste vor der Zukunft

  • Unausgesprochene Erwartungen

Was wirklich dahintersteckt

In meiner Arbeit sehe ich immer wieder dieselben Muster. Da ist zum Beispiel Sarah (Name geändert, natürlich), die sich aufregt, weil ihr Partner wieder mal 50 Euro für Videospiele ausgegeben hat. Oberflächlich geht es um die 50 Euro. Aber wenn wir genauer hinschauen, geht es eigentlich darum, dass sie sich nicht gehört fühlt, wenn es um finanzielle Entscheidungen geht.

Oder nehmen wir Michael, der sich beschwert, dass seine Partnerin "zu sparsam" ist. Was er wirklich meint: Er fühlt sich eingeschränkt und bevormundet.

Die verschiedenen Geld-Typen verstehen

Menschen haben unterschiedliche Beziehungen zum Geld, und das führt oft zu Problemen:

Der Sparer vs. der Ausgeber - Diese Konstellation kenne ich zur Genüge. Der eine plant jeden Cent, der andere kauft spontan ein neues Sofa. Beide haben ihre Berechtigung, aber ohne Kommunikation wird das zur Katastrophe.

Der Kontrollfreak vs. der Laissez-faire-Typ - Hier prallen wirklich Welten aufeinander. Der eine führt akribisch Buch über jede Ausgabe, der andere hat keine Ahnung, wie viel Geld noch auf dem Konto ist.

Was ich in der Beratung erlebe

Ich höre oft Sätze wie: "Er/sie versteht einfach nicht, wie wichtig mir finanzielle Sicherheit ist" oder "Wir können uns nie einigen, wofür wir unser Geld ausgeben sollen."

Das Problem ist: Die meisten Paare reden nie wirklich über Geld. Sie streiten darüber, aber sie führen keine echten Gespräche. Es gibt einen Unterschied zwischen "Du gibst zu viel aus!" und "Mir ist wichtig, dass wir zusammen entscheiden, wie wir unser Geld verwenden."

Praktische Lösungsansätze

Hier sind ein paar Dinge, die ich meinen Kunden oft empfehle:

Regelmäßige Geld-Gespräche führen - Nicht erst, wenn das Konto überzogen ist. Einmal im Monat hinsetzen und über Finanzen sprechen. Klingt unsexy, funktioniert aber.

Die eigenen Geld-Geschichten verstehen - Wir alle haben Prägungen aus der Kindheit. War Geld bei euch zu Hause ein Tabuthema? Gab es Existenzängste? Diese Geschichten beeinflussen uns heute noch.

Kompromisse finden, die für beide funktionieren - Vielleicht bekommt jeder ein "Spaßgeld-Budget" pro Monat. Oder ihr einigt euch auf größere Anschaffungen ab einem bestimmten Betrag.

Ein kleiner Reality-Check

Ich will ehrlich sein: Diese Probleme lösen sich nicht von heute auf morgen. Geld-Streitigkeiten sind oft ein Symptom für andere Beziehungsthemen. Manchmal braucht es professionelle Hilfe, um die tieferliegenden Muster zu erkennen und zu ändern.

Aber die gute Nachricht ist: Es ist definitiv möglich, eine gesunde finanzielle Beziehung als Paar zu entwickeln. Ich sehe es täglich in meiner Praxis.

Mein Fazit

Wenn ihr das nächste Mal wegen Geld streitet, haltet kurz inne und fragt euch: Geht es wirklich um die 30 Euro für das neue Shirt? Oder steckt da vielleicht etwas anderes dahinter?

Manchmal ist ein Geld-Streit einfach nur ein Geld-Streit. Aber oft ist er der Startpunkt für ein viel wichtigeres Gespräch über eure Werte, Ängste und Träume.

In diesem Sinne: Redet miteinander. Wirklich miteinander. Nicht nur über das Geld, sondern über das, was dahintersteckt.

Bis nächste Woche,

Flo

P.S.: Falls ihr merkt, dass ihr bei diesen Gesprächen immer wieder an dieselbe Wand lauft, scheut euch nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Manchmal braucht es einen neutralen Dritten, um festgefahrene Muster aufzubrechen. Wir bieten auch Finanzberatungen für Paare an. Hier könnt ihr euch dafür eintragen. Dabei geht es um Lösungen für die Altersvorsorge, Sparen bei Absicherungen oder auch andere Themen.

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