Ich arbeite seit über 13 Jahren in der Finanzbranche und war selbst lange Zeit Mehrfachagent. Heute bin ich freier Versicherungsmakler - und das aus gutem Grund. Viele von euch verstehen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Beratertypen gar nicht, dabei ist das wichtig für eure Entscheidung.

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Es gibt vier verschiedene Status in unserer Branche, und ich erkläre euch heute ehrlich die Vor- und Nachteile. Aber eines vorab (weil ich weiß, dass andere Vermittler das hier vielleicht lesen): Der wichtigste Faktor bei allen ist und bleibt der Faktor Mensch.

Der Mensch macht den Unterschied

Egal ob Versicherungsvertreter, Mehrfachagent oder Makler - entscheidend ist, was für einen Menschen ihr vor euch sitzen habt. Will diese Person euch wirklich helfen oder euch nur etwas verkaufen, was ihr nicht braucht?

Da gibt es keine harten Fakten zu. Ihr müsst auf euer Bauchgefühl hören. Beantwortet er alle eure Fragen? Auch die zur Vergütung? Oder habt ihr ein komisches Gefühl dabei?

Status 1: Der Versicherungsvertreter

Ich war selbst lange bei einem Versicherungsvertreter beraten (bei meinem Cousin, um genau zu sein). Er ist ein super Mensch und wollte nichts Schlechtes für mich. Aber er hatte einfach nicht die Möglichkeit, Produkte zu vergleichen.

Er konnte mir nicht sagen: "Hey, die Berufsunfähigkeitsversicherung ist bei der anderen Gesellschaft günstiger." Er arbeitete nur für eine Versicherung.

Das kann euch egal sein, wenn ihr sagt: "Mir ist es okay, jeden Monat 100 Euro mehr zu bezahlen, weil ich die Person mag." Das müsst ihr für euch entscheiden. Für mich war das Preis-Leistungs-Verhältnis immer wichtig.

Das Problem bei Ausschließlichkeitsvertretern: Sie haben oft Locktarife im Kfz-Bereich. Die Kfz-Versicherung ist günstig, aber das Geld holen sie sich woanders wieder. So funktioniert das Geschäft.

Status 2: Der Mehrfachagent

Als Mehrfachagent hatte ich schon mehr Auswahl als ein reiner Versicherungsvertreter. Aber auch hier gibt es Einschränkungen. Die Gesellschaften oder Strukturvertriebe geben bestimmte Produktbereiche vor.

Manchmal hängt das sogar mit IT-Themen zusammen. Alte Versicherer arbeiten noch sehr analog, nicht digital - dann fliegen sie einfach aus dem Portfolio raus.

Mir ist es hin und wieder passiert, dass ich Produkte bei Kunden gesehen habe, die besser waren als das, was ich anbieten konnte. Dann habe ich gesagt: "Lass sie stehen, wir können sie grad nicht tauschen, weil es nicht besser ist."

In dem Moment verdiene ich selbst kein Geld. Aber da ist halt nicht jeder so. Es gibt Menschen, die machen ausnahmslos alles platt und sagen: "Alles was du hast ist schlecht, du musst alles über mich machen."

Status 3: Der Honorarberater

Der Honorarberater kriegt ein Honorar von euch und kann Produkte vergleichen. Er hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis - das sind schon mal Vorteile, die ein Mehrfachagent oder Versicherungsvertreter nicht haben.

Aber: Sie arbeiten nur auf Honorar. Sie können nicht sagen: "Das machen wir auf Provision, das auf Honorar."

Beispiel Berufsunfähigkeitsversicherung: Ihr habt 1.500 Euro Kosten bei der Provision. Der Honorarberater kostet 300 Euro pro Stunde. Bei einer BU-Vermittlung sind 10 Stunden nicht unüblich - das sind 3.000 Euro. Auch wenn ihr nachher sagt: "Ich will sie doch nicht haben."

Das macht es unflexibel, vor allem wenn ihr jünger seid oder Kinder habt, die 18 oder 19 sind. Die legen nicht mal eben 3.000 bis 4.000 Euro für eine komplette Beratung auf den Tisch.

Status 4: Der Versicherungsmakler

Der Makler handelt laut Definition im Interesse des Kunden und kann Produkte unabhängig vergleichen. Er kann das beste Preis-Leistungs-Verhältnis raussuchen.

Wenn ich eine Skala von 1 bis 3 für Produktvergleich machen müsste:

  • Versicherungsvertreter: 1 (schlechteste)

  • Mehrfachagent: 2

  • Makler und Honorarberater: 3

Der einzige Unterschied zwischen Makler und Honorarberater: Der Makler kann sowohl auf Vermittlungsprovision als auch auf Honorar arbeiten. Er hat die komplette Bandbreite und kann alle Kostenstrukturen anbieten.

Wie findet ihr heraus, was euer Berater ist?

Geht auf vermittlerregister.info und gebt den Namen ein. Dort steht, ob er Versicherungsvermittler, Versicherungsmakler oder gebundener Versicherungsvermittler ist.

Warum ich Makler geworden bin

Deshalb sind wir heute freie Versicherungsmakler. Ich glaube einfach, das ist die komplette Bandbreite. Ihr könnt wählen zwischen verschiedenen Bezahlmodellen, bekommt die besten Preis-Leistungs-Verhältnisse und habt alle Produkte bei einem Berater.

Nach über 13 Jahren in der Branche kann ich sagen: Das ist der Punkt, wo wir mit bestem Wissen und Gewissen das Beste für euch anbieten können. Ihr habt einfach die maximale Flexibilität.

Das war mein ehrlicher Einblick in die verschiedenen Status von Finanzberatern. Der Faktor Mensch bleibt am wichtigsten - aber jetzt wisst ihr wenigstens, mit welchen strukturellen Unterschieden ihr rechnen müsst.

Bis Bald,

Flo

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