Heute geht es um Bitcoin. Seit einigen Jahren investiere ich selbst darin, und die meisten Menschen, wenn ich darauf angesprochen werde, können aber gar nicht erklären, was Bitcoin eigentlich ist und wie es funktioniert. Deswegen dachte ich mir, ich mache einfach einen Beitrag dazu.

Ich muss ehrlich sagen: Seit über 12 Jahren helfe ich Menschen dabei, ihr Geld für sich arbeiten zu lassen. Bitcoin ist mittlerweile einer der nervigsten Teile meiner Arbeit geworden - nicht weil Bitcoin schlecht ist, sondern weil jeder zweite Kunde kommt und fragt: "Soll ich in Bitcoin investieren?" Aber wenn ich dann frage "Weißt du überhaupt, was Bitcoin ist?", kommt meistens verlegenes Schweigen.

Die meisten wissen es tatsächlich nicht. Deswegen machen wir das heute einmal richtig und ich erkläre euch Bitcoin so einfach, dass es auch eure Oma verstehen würde.

Was ist Bitcoin wirklich?

Stellt euch vor, ihr spielt Monopoly mit euren Freunden. Normalerweise gibt es da einen Banker, der das Geld verwaltet. Bei Bitcoin ist es wie Monopoly, aber ohne die Bank.

Alle Spieler haben eine Kopie des Spielbretts, und wenn jemand Geld überweist, müssen alle anderen zustimmen, dass diese Überweisung echt ist. Die Bank wird einfach außen vor gelassen. Das nennt man Blockchain - eine Kette von Transaktionen, die jeder einsehen kann.

Weil es keinen zentralen Banker gibt und niemand einfach neues Geld drucken kann (wie beim Euro), denkt man sich: "Hey, das klingt ja wie echtes Geld, nur besser." Genau das ist der Punkt.

Warum funktioniert das?

Bitcoin funktioniert, weil Menschen daran glauben - genau wie der Euro auch. Der Euro ist wertvoll, weil wir alle vereinbart haben, dass er wertvoll ist. Die Europäische Zentralbank kann jederzeit mehr Euros drucken (und macht das ständig).

Bei Bitcoin ist es besonders: Es gibt nur 21 Millionen Stück, nie mehr. Das steht im Code festgeschrieben. Während die EZB ihre Euros vermehrt (ich sage immer: wie Karnickel), wird Bitcoin alle vier Jahre seltener. Das nennt sich "Halving".

Der Bitcoin-Zyklus

Bei Bitcoin ist ein Muster erkennbar, das nicht nur ich, sondern auch andere beobachtet haben:

  • Alle vier Jahre gibt es das Halving

  • Danach steigt der Preis etwa ein Jahr lang

  • Dann crasht er für zwei Jahre

  • Ein Jahr lang passiert nicht viel

  • Dann kommt das nächste Halving

Das letzte Halving war 2024, und wir stehen gerade in der Steigerungsphase. Dieses Jahr ist Bitcoin um über 200 Prozent gestiegen.

Meine Bitcoin-Strategie

Das bedeutet aber nicht, dass du alles auf Bitcoin setzen solltest - das wäre total dumm. Zumindest ist das aktuell noch meine Ansicht. Ich investiere nach der 10-Prozent-Regel: Maximal 10 Prozent meines Gesamtvermögens gehen in Bitcoin.

Warum? Bitcoin ist immer noch ein Experiment. Ich finde es faszinierend, aber trotzdem ein Experiment. Aktuell spare ich nur noch in Bitcoin, nicht mehr in andere Kryptowährungen. Ich hatte früher mal Ethereum und andere kleine Coins gekauft.

Jetzt mache ich einen Sparplan: 10 Prozent meiner Sparrate gehen jeden Monat in Bitcoin. Wenn ihr 100 Euro im Monat spart, wären das 10 Euro pro Monat. Der wichtigste Teil: Ich kaufe regelmäßig den gleichen Betrag.

Warum regelmäßig kaufen?

Weil ich total schlecht darin bin, den perfekten Zeitpunkt zu erwischen - und ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit auch. Viele wollen den Bitcoin am tiefsten Punkt kaufen und am höchsten verkaufen. In der Praxis funktioniert das fast nie.

Ich kenne Leute, die haben 2021 bei 60.000 Euro Bitcoin gekauft. Dann ist er auf 15.000 Euro gefallen, und sie haben panisch alles verkauft. Heute steht Bitcoin bei über 90.000 Euro, und diese Leute ärgern sich schwarz.

Der Trick ist: Zeit im Markt schlägt Timing des Marktes. Ich kaufe seit Jahren jeden Monat - mal teuer, mal billig, am Ende gleicht sich das aus.

Die Risiken

Bitcoin kann theoretisch auf null fallen. Die Regierung könnte Bitcoin verbieten (unwahrscheinlich, aber möglich). Ein Quantencomputer könnte die Verschlüsselung knacken. Crypto-Wallets können gehackt werden.

Ganz wichtig: Ich investiere nur Geld, das ich verkraften kann zu verlieren. Alles Geld, was bei mir in Kryptowährung ist, wäre ärgerlich wenn es weg ist, aber es wäre nicht so, dass ich keine Altersvorsorge mehr hätte oder nicht wüsste, wie ich mir nächste Woche Essen kaufen soll

Praktische Tipps

Wenn du in Bitcoin investieren willst, mach es richtig:

  1. Verwende eine seriöse Börse - Ich nutze Bison, einen deutschen Anbieter

  2. Fang klein an - 10 Prozent der Sparrate, nicht mehr

  3. Lass dich nicht von Preisschwankungen verrückt machen - Bitcoin kann am Tag 20 Prozent oder mehr verlieren, das ist normal

  4. Bilde dich weiter - Es gibt gute Bücher und Blogs über Bitcoin

Der Grundsatz lautet: Investiert nicht in etwas, was ihr nicht versteht. Dann fangt lieber mit ETFs an.

Mein Fazit

Bitcoin ist digitales Geld ohne Bank. Es ist selten, transparent und unabhängig von Regierungen - was es in meinen Augen auch gefährlich macht. Ich glaube nicht, dass sich die Mächte dieser Welt die Butter vom Brot nehmen lassen. Wer das glaubt, ist naiv. Aber wir werden sehen, was die Zeit bringt.

Bitcoin ist volatil, spekulativ und riskant. Ich investiere trotzdem rein, aber mit einem kleinen Betrag meines Vermögens, regelmäßig und ohne Emotion.

Ihr müsst das nicht machen. Aber wenn ihr es macht, dann mit Verstand. Vergesst nicht: Das beste Investment seid immer noch ihr selbst - in eure Bildung, Weiterbildung, Fähigkeiten und Gesundheit.

Bitcoin ist nur eines von vielen Werkzeugen, nicht die Lösung für alle Geldprobleme.

Ich hoffe dir hilft dieser Beitrag weiter.

Bis bald,

Flo

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